Faschingsverein Sesslach e.V. 1971

Männerballett Contest Sesslach 2019

Was das erlesene Feld der „Dancing Queens“ aus Kirchlauter, der Coburger „Effect’s“, der „Ranzengarde“ Mitwitz, der „Stewardessen“ aus Junkersdorf und der Seßlacher „Mauerschwälbchen“ beim vierten Seßlacher Männerballett-Contest am Samstagabend im örtlichen Sportheim auf die Bühne zauberte, verblüffte selbst Kritiker, die mit reinen Männergruppen gewöhnlich nichts am Hut haben. Vor allem die etwa 90 Prozent weiblichen Fans unter den über 200 Besuchern gerieten ins Schwärmen.

„Die Stimmung ist einmalig. Ich liebe es, wenn Männer nach der Pfeife von Frauen, die sie coachen, tanzen. Das ist im normalen Leben eher selten. Die heißen Outfits sind sensationell“, schwärmte Sylvia Thurn vom Fanclub der Mitwitzer.

Männerballett ist zu einem Leistungssport geworden

Trainerin Julia Rößner von den Lokalmadatoren des Seßlacher Faschingsvereins erinnert sich noch an die Zeiten, in denen meist ältere beleibte Herren sich in Prunksitzungen zur Volksbelustigung zur Schau stellten. „Damit hat das Ganze heute überhaupt nichts mehr zu tun. Männerballett ist zu einem Leistungssport geworden, der Ganzjahrestraining und regelrechte Inszenierungen erfordert“, betonte sie.

Das belegen auch die strengen Bewertungskriterien. „Unter anderem müssen Kostüme zum Thema und zur Musik passen sowie Kostümwechsel sinnvoll in den Tanz eingebaut werden. Bei der Choreographie sind Kreativität, Schrittkombinationen, Synchronität, Bewegungsvielfalt sowie Ausstrahlung gefragt“, erläuterte Markus Brehm dem Publikum.

Turnerische und akrobatische Einlagen

Eine sechsköpfige Jury, der der stellvertretende Landrat Christian Gunsenheimer angehörte, kürte nach eingehender Beratung die „Ranzengarde“ der Tanzschule „Dance for fun“ aus Mitwitz zum Gewinner des Contests. Diese machte ihrem verstaubten Namen keine Ehre, sondern erwies sich bei ihrem Fitnesstrip als Team, das auch bei turnerischen und akrobatischen Einlagen ihren rund 15-minütigen Zyklus nahezu fehlerfrei abspulte.

Ihre Trainerin Bettina Witter zeigte sich überglücklich: „Wir sind zum ersten Mal bei einem solchen Event dabei. Unser Sieg ist der totale Wahnsinn. Was die Seßlacher aufgezogen haben, finde ich megagut.“

„Mauerschwälbchen“ mit Hebefiguren

Die gastgebenden „Mauerschwälbchen“, die bei ihrer Interpretation afrikanischer Rhythmen den Spaßfaktor hochhielten, belegten mit hauchdünnem Rückstand Platz zwei. Ihre Hebefiguren entpuppten sich als Höhepunkt. Mit von der Partie war auch Bürgermeister Maximilian Neeb. Rang drei ging überraschend an die Formation aus Kirchlauter, die ins Ohr gehenden Elektro-Beat gekonnt in Bewegung umsetzte.

Punktgleich auf Position vier landeten die „Effect’s“, die die Kultserie „Baywatch“ aus den 80er Jahren aufleben ließen und Sommerfeeling versprühten, und die Jungs aus Junkersdorf, die getarnt als Stewardessen im Sauseschritt nach „Malle“ düsten.

vom Coburger Tageblatt